Unterrichtseinheit_Vom Boykott zum Mord_Kapitel 2

 

Kapitel 2: Verfolgung, Zerstörung, Mord

Die Pogrome im November 1938

 

Schritt 1: Wiederholung Kapitel 1

In Kapitel 1 hast Du erfahren, wie die NSDAP seit ihrer Machtübernahme am 30.1.1933 die jüdische Bevölkerung in Deutschland systematisch diskriminierte. Schritt für Schritt nahm die Regierung ihnen bis zu den Pogromtagen im November 1938 ihre Rechte in aller Öffentlichkeit. Große Teile der Bevölkerung billigten das Vorgehen. Ständige Propaganda, Lügen, Gewalt und Terror gegen Andersdenkende und vor allem gegen - von den Nazis so genannte - „fremdrassige“ Menschen bestimmten das öffentliche Leben.

Schritt 2: Einführung Kapitel 2

Das Kapitel 2 behandelt die Pogromtage im November 1938. Die Regierung organisierte gewaltsame Aktionen im ganzen Reichsgebiet gegen die jüdischen Mitbürgerinnen und -bürger, ihre Geschäfte, Häuser und Synagogen. Die Regierung und große Teile der Bevölkerung zeigten spätestens in diesen Tagen, dass sie keinerlei Rücksicht mehr auf ihre Mitmenschen nehmen würden und die jüdische Kultur (Synagogen, Friedhöfe, Kunst) und die wirtschaftliche Existenz von ca. 570.000 deutschen Jüdinnen und Juden vernichten wollten. Am Beispiel von Heinz Joseph aus Laufersweiler, den Du schon im ersten Kapitel kennengelernt hast, zeigt das zweite Kapitel diese systematische Verfolgung, die schließlich in einem Völkermord endete.

Bevor Du mit den Schritten 3 bis 6 startest, lade Dir hier die Begriffserklärungen herunter - wenn Du es nicht schon in Kapitel 1 oder 2 gemacht hast. Die folgenden Begriffe sind dort erklärt: Antijudaismus, Antisemitismus, Bar Mitzwa / Bat Mitzwa, Generalgouvernement, Holocaust / Shoah, Ideologie, Konzentrationslager / Vernichtungslager, Mandatsgebiet Palästina, Matzen / Mazzen, Nationalsozialismus, NSDAP, Rassismus, Schutzstaffel (SS), Staatliche Gedenk- und Feiertage in Deutschland, Sturmabteilung (SA), Völkermord / Genozid.

Schritt 3: Video "Sie haben alles kaputt geschlagen"

Schaue Dir das Video "Sie haben alles kaputt geschlagen" an.



Schritt 4: Aufgabe "Heinz Josephs Schilderungen"

Lade Dir nun das Arbeitsblatt "Heinz Josephs Schilderungen" herunter und bearbeite die Aufgaben. Du kannst Deine Antworten in das PDF-Dokument eintragen. Vergiss nicht, es am Ende zu speichern. Wenn Du fertig bist, kehre zu dieser Seite zurück und bearbeite die weiteren Schritte.

 

Schritt 5: Zeitstrahl

Klicke Dich durch den Zeitstrahl. Du liest dort die zahlreichen Maßnahmen, mit denen der Staat - unterstützt von Teilen der Bevölkerung - die Jüdinnen und Juden systematisch verfolgte und aus ihrer Heimat vertrieb.

 

 

 

Schritt 6: Abschlusstext

Man weiß nicht genau, wer den Begriff „Reichskristallnacht“ in die Welt setzte. Viele vermuten, dass der Berliner Volksmund ihn spöttisch erfand wegen des auf den Straßen umherliegenden Glases und Kristalls. Im englischsprachigen Raum wird er oft weiterhin verwendet als „Night of the broken glass“, „Kristallnacht“ oder „Crystal Night“.

Die Verwüstungen während der tagelangen Pogrome im November 1938 waren jedoch weit mehr als nur die Zerstörung jüdischen Eigentums. Neben der Gewalt gegen Geschäfte, Synagogen und Friedhöfe ermordeten die „Eindringlinge“, wie Heinz Joseph sie bezeichnet, mehr als 100 Menschen. Viele nahmen sich das Leben, weil sie keinerlei Hoffnung mehr in Deutschland sahen und ihre Existenz vernichtet war. Andere starben an den Folgen der Verletzungen dieser Tage, mehr als 25.000 Menschen verschwanden in Konzentrationslagern. Es hat sich deshalb eingebürgert, von Pogromnacht - oder genauer - von den Novemberpogromen zu sprechen, abgeleitet von dem russischen Wort für „Verwüstung“, „Zerstörung“, „Krawall“. Wie es anderen jüdischen Hunsrückerinnen und Hunsrückern aus Kirchberg und Laufersweiler ab 1937 erging, kannst Du im Dokument „Hass, Grausamkeit und Unmenschlichkeit“ nachverfolgen.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges und der Besetzung großer Teile Europas durch die Wehrmacht gerieten Jüdinnen und Juden überall in Europa in den Machtbereich des Nazi-Terrorregimes. Der systematischen Ausgrenzung und Verfolgung ab 1933 in aller Öffentlichkeit folgten die Pläne zur Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden in eigens eingerichteten Vernichtungslagern. Wie es Heinz Joseph, seiner Familie und anderen Hunsrücker Jüdinnen und Juden nach 1938 erging, erfährst Du in Kapitel 3 Vom Pogrom zum Völkermord“.

 

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